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Eine Schicht ohne Personal

Der Lohnfertiger Bläsing produziert hochwertige Komponenten für die Automobilindustrie und andere Branchen. Um mannlos fertigen zu können, hat sich das Unternehmen für die Automatisierungslösung Eco Tower 60 von Lang Technik entschieden. Die Maschinenauslastung hat sich damit deutlich erhöht.

Der rund 25 Mann starke Betrieb in der Nähe von Frankfurt am Main ist ein Experte für die Steuerungsgehäuse, die viel Know-how in  der Bearbeitung voraussetzen. Dazu gehören zum Beispiel die komplizierten Bohrkanäle, die in das Gehäuse aus hochfestem Aluminium gebohrt werden und hohen Drücken standhalten müssen. Die Reihenfolge der Bohrungen muss dabei genau beachtet und schon im Vorfeld festgelegt werden. "Die Herstellung ist eine Kunst für sich, das können nicht viele Anbieter machen", sagt Achtzehnter.

Bläsing ist aber auch in der Medizintechnik, Druckindustrie, im allgemeinen Maschinenbau oder der Luxusgüterindustrie aktiv. Die Losgrössen der Teile reichen von 3.500 bis 150.000 Stück. Neben hochfestem Aluminium werden unterschiedliche Stähle bis hin zu Titan verarbeitet. Aber auch kohlefaserverstärkte Kunststoffe gehören zum Portfolio. "Wir bearbeiten oft Materialien, die es in der Serienfertigung noch gar nicht gibt", sagt Achtzehnter.

In der Lohnfertigung ist eine effiziente Fertigung sehr wichtig, denn gerade der Automobilbereich ist sehr preissensibel und Preissenkungen sind an der Tagesordnung. Bläsing ist deshalb auf eine moderne Produktionsumgebung angewiesen. Die grösseren Maschinen sind alle mit eigenem Stromzähler ausgestattet und die Lampen regulieren die Helligkeit automatisch. Beim Bau der Produktionshalle hat Bläsing zudem auf eine CO2-neutrale Heizungsanlage geachtet. Das Unternehmen muss jedoch auch permanent in neueste Maschinen investieren: Es kommen beispielsweise Fünfachs-Vollsimultan-Fräsmaschinen und neunachsige Dreh-Fräszentren zum Einsatz. "Als Lohnfertiger ist es wichtig flexibel zu sein, denn die Produktpalette kann sich täglich ändern", erklärt Achtzehnter.

Eine Möglichkeit der Effizienzsteigerung ist eine passende Automatisierung, um unrentable Nebenzeiten zu minimieren und die Maschinenauslastung zu erhöhen. "Durch die Automatisierung schafft eine Maschine deutlich mehr Fertigungsstunden. Die Fixkosten bleiben jedoch konstant", sagt Achtzehnter. Im letzten Jahr stand der Betrieb vor der Entscheidung, sich neue Maschinen zu kaufen oder ältere Modelle mit einer Automatisierung auszustatten. Der Geschäftsführer entschied sich nach langer Überlegung und einer Kosten-Nutzen-Analyse für letzteres. "Eine Automatisierung kostet nur einen Bruchteil der Investitionskosten der Maschine. Zudem  ist sie auch bei kleineren Losgrössen interessant", sagt Achtzehnter.

Über einen Artikel in der Presse und die lobenden Worte eines Werkzeugmaschinenherstellers wurde Achtzehnter auf die Automatisierungs-Lösung Eco Tower 60 von Lang Technik aufmerksam, die mit ihren platzsparenden Abmessungen und der robusten Bauweise genau den Anforderungen von Bläsing entsprach. Der Geschäftsführer kontaktierte den Spanntechnik-Spezialisten und konnte den Eco-Tower in einem Betrieb in der Nähe von Limburg persönlich anschauen. "Das PreisLeistungs-Verhältnis sprach  ebenfalls für den Eco-Tower", freut sich Achtzehnter. Der Eco-Tower wird mit Druckluft gesteuert und benötigt lediglich eine freie  M-Funktion an der Werkzeugmaschine. Das Prinzip ist denkbar einfach: Der Turm besitzt einen spiralförmigen Speicher mit dreieinhalb Windungen, auf den bis zu 60 Makro-Grip-Automationsspanner oder andere Spannsysteme von Lang Platz finden, die mit unterschiedlichen Teilen bestückt werden können. Es lassen sich sogar zwei Teile auf einen Schraubstock spannen oder es können leere Paletten mit anderen Vorrichtungen untergebracht werden. 

Rüstplatz  werden  die  Rohteile  von  einem Arbeiter in die Spannmittel eingespannt, anschliessend transportiert sie der pneumatische Lift des Towers sicher nach oben. Durch die Schwerkraft gleiten die Spannmittel nun die Spiralen herunter und können automatisch bearbeitet werden. Dabei be- und entlädt ein Handlingsystem mit Greifarm das angeschlossene  Bearbeitungszentrum mit den Werkstücken, die Stück für Stück abgearbeitet und wieder in den Spiralspeicher überführt werden. 

Das System erkennt anhand einer Markierung, ob ein Teil schon bearbeitet wurde und stoppt die Produktion, sobald alle Teile bearbeitet sind. Eine hohe Genauigkeit ist dabei garantiert, da die Werkstücke in den Schraubstöcken transportiert und wiederum auf dem Nullpunkspannsystem in der Maschine befestigt werden.

Um eine Automatisierung im Unternehmen einzuführen, müssen bestimmte Dinge beachtet werden. Bläsing war hier gut vorbereitet: 
"An einigen Maschinen haben wir Messenger installiert, die bei der mannlosen Fertigung im Falle eines Defekts eine Nachricht schicken", erklärt Achtzehnter. Zudem werden Teile vor der Verarbeitung mit einem Laser angetastet und bis zu einem gewissen Grad ausgerichtet.

Während der Fertigung ist zudem eine Werkzeugbruchüberwachung aktiv, die mit einer Lichtschranke überprüft, ob sich die Werkzeuge noch im Genauigkeitsbereich befinden. Sollte dies nicht der Fall sein, wird ein Schwesterwerkzeug geholt oder die Maschine bleibt stehen. Auch die Einmessung der Teile erledigt Bläsing vorbildlich: Eine Zoller-Messmaschine spielt die Messdaten direkt in die Maschine ein.

Der Bläsing-Geschäftsführer war von den Vorzügen des Eco Towers an einer DMG-Maschine so überzeugt, dass er nach rund zwei Wochen Betrieb einen weiteren Tower für eine andere Maschine bestellte. Das System lässt sich an beliebige Modelle anpassen.  "Die  Bedienung des Eco Towers ist sehr simpel, es gibt nur einen Ein- und einen Ausschalter. Es wird keine lange Schulung benötigt", erklärt Giuseppe Semeraro, Vertrieb bei Lang Technik GmbH in Neuhausen. Die Automatisierungslösung ist zudem sehr robust konstruiert, so dass sie sehr langlebig ist. Durch den Eco Tower lassen sich auch die Personalkosten reduzieren, da nur noch  Kosten für die Bestückung notwendig werden. "Durch die Automatisierung gehen bei uns aber keine Arbeitsplätze verloren. Wir können sogar langfristig Arbeitsplätze sichern, da wir wettbewerbsfähig bleiben", erklärt Achtzehnter.

Durch den Einsatz des Eco Tower kann der Geschäftsführer ruhig schlafen und eine komplette Schicht mannlos produzieren.  "Wenn ich die Maschine abends um 20 Uhr bestücke, läuft sie bis morgens um 6 Uhr", sagt Achtzehnter. Zudem wird die Produktion so getaktet, dass die Maschinen am Wochenende mannlos arbeiten können. Bislang gab es mit der Automatisierungslösung von Lang  keine Probleme. Nur ein kleines Teil musste bei einem Routinecheck ausgetauscht werden, da es nicht innerhalb der Spezifikationen gearbeitet hat. "Es gefällt uns gut, dass Lang von sich aus nachfragt, ob alles in Ordnung ist und auch spontan einen Check gemacht hat. Man fühlt sich sehr gut aufgehoben. Es wird nicht unsere letzte Anlage sein", lautet das zufriedene Fazit des  Bläsing-Geschäftsführers. Die Chancen stehen gut: Der Lohnfertiger ist dank der konsequenten Ausrichtung auf die Automatisierung kontinuierlich gewachsen und hat schon das Nachbargrundstück gekauft, um weiter expandieren zu können.


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